Die Landwirte im Kreis Borken und die SPD Fraktion im Kreistag sind im Dialog. Das müssen sie auch, das haben beide Seiten nicht erst seit der viel zitierten Branchenvereinbarung erkannt. Zum wiederholten Male kam es vergangenen Donnerstag zu einem intensiven Informations- und Meinungsaustausch zwischen der SPD-Kreistagsfraktion und Ludger Schulze Beiering (Weseke), dem Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken), und dessen Geschäftsführer Jörg Sümpelmann gegeben.
Die Anfrage und Anregung zu diesem Gedankenaustausch sei vom Kreisverband an die SPD-Fraktion herangetragen worden, betonte Sümpelmann gleich zu Beginn, und die Art und Weise, wie die Politiker und Vertreter der Landwirtschaft in der Folge mit einander umgingen, war von keinerlei Berührungsängsten geprägt.

Die Fraktionsvorsitzende Ursula Schulte sprach bei der Begrüßung noch einmal die möglichen Konflikte zwischen der Landwirtschaft und den Kommunen aber auch Massentierhaltung und Lebensmittelskandale an.
Ludger Schulze Beiering, seit vergangenem Jahr Kreisverbandsvorsitzender in der Nachfolge von Johannes Röring, stellte fest: "Wir wundern uns, dass die SPD den Grünen die Landwirtschaftspolitik überlässt. Die SPD hat doch selbst gute Agrar-Politiker, die die Bauern und ihr Eigentum achten".
Der Vorsitzende machte aber auch klar, mit allen Kreistagsfraktionen reden zu wollen: "Kommunen und Bauern haben mehr und mehr Berührungspunkte: wir müssen einfach mit einander sprechen. Wer z. B. bauen möchte, muss das mit seiner Nachbarschaft klar haben. Wenn landwirtschaftliche Betriebe am Siedlungsrand wachsen und Siedlungs- und Gewerbegebiete in den Außenbereich hineinwachsen, kann es zu Konflikten kommen. Hier gewinnt die Branchenvereinbarung ihren besonderen Wert. Der WLV-Geschäftsführer sieht zudem Städte und Gemeinden in ihrer Planungshoheit durch die aktuelle BauGB Novelle gestärkt: die Kommunalparlamente werden zukünftig neben den eingeschränkten Möglichkeiten für die gewerbliche Tierhaltung vor allem das Instrument des Bebauungsplanes zur Steuerung nutzen: besondere Herausforderung dabei wird sein, dennoch jungen Hofnachfolgern Perspektiven zu bieten und landwirtschaftliche Familienbetriebe im Kreis zu erhalten. Strukturbrüche wie in Cloppenburg oder Vechta sollten vermieden werden.
Noch sei es aber nicht so weit. Da waren sich die WLV-Vertreter mit den SPD-Kreistagsmitgliedern einig. Schulze Beiering wies zum Abschluss dieser konstruktiven Gesprächsrunde darauf hin: "Wir haben im Kreis Borken noch den schwächsten Strukturwandel in der Republik. Also kann bislang nicht alles falsch gewesen sein."

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