Kinder aus Flüchtlingsfamilien sind von ihren Erfahrungen mit Krieg, Verfolgung, Menschenrechts-verletzungen und Flucht besonders stark betroffen. Neben den Folgewirkungen ihrer traumatischen Erlebnisse sind sie zusätzlich konfrontiert mit einer fremden Umgebung, einer anderen Lebensart und einer Sprache, in der sie sich nicht verständigen können. Ihre Eltern, die häufig selbst traumatisiert sind, können ihnen oft nur unzureichende Hilfe anbieten. Viele Kinder reagieren auf diese vielfältigen Belastungen mit einer Rückentwicklung bereits erworbener Fähigkeiten oder beobachtbar auffälligem Verhalten wie Aggressivität oder Rückzug.

Flüchtlingskinder sind in erster Linie Kinder. Flucht und Gewalt aber haben seelische Wunden hinterlassen, Die Verhaltensweisen, mit denen sich die traumatischen Erlebnisse der Kinder bahnbrechen, sind vielfältig. Die einen weinen oder schreien, andere sind überängstlich oder ziehen sich in ihre eigene Welt zurück.

Der Borkener Zeitung vom 28.02.2015 hat die SPD-Kreistagsfraktion entnommen, dass z.B. in Heiden die Erzieherinnen an ihre Grenzen geraten. Die erste Herausforderung sei bereits das Aufnahmegespräch. Werden Flüchtlingskinder in der Kita aufgenommen - sofern noch Plätze frei sind - tauchen die nächsten Schwierigkeiten auf. Die Leiterin der evangelischen Paulus-Kita Jantje Pawig berichtete lt. BZ: "Die Kinder kommen aus einem ganz anderen Kulturkreis. Vor allem aber haben sie auf der Flucht vieles erlebt, was sie nicht verarbeitet haben und das sich in ihrem Verhalten widerspiegelt. Die einen hätten Angst, wenn ihre Mütter gehen, die anderen nässen ein oder sind in ihrer Entwicklung weit hinter Gleichaltrigen zurück. Diese Kinder bräuchten eine Eins- zu-eins-Betreuung, doch dass könne personell nicht geleistet werden."

D.h. die Flüchtlingskinder und ihre Eltern brauchen oft zusätzliche Betreuung. Manchmal sind auch Dolmetscher, Therapeuten und Trauma-Spezialisten nötig,

Barbara Seidensticker-Beining, jugendpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion hat die Kreisverwaltung aufgefordert folgende Fragen zu beantworten:

  • Sind Einrichtungen bereits an das Kreisjugendamt herangetreten wegen Fragen zur Flüchtlingskinderbetreuung?
  • Wenn ja, in welche Richtung gingen die Fragen?
  • Inwieweit kann das Kreisjugendamt den Einrichtungen helfen, die Probleme in den Griff zu bekommen?
  • Werden alle Flüchtlingskinder im Bereich des Kreises Borken in Kitas aufgenommen oder müssen Kinder abgewiesen werden?
  • Wie viele Kinder von Flüchtlingen im Bereich des Kreisjugendamtes wurden bisher in Kitas aufgenommen?
  • Welche Szenarien hat das Kreisjugendamt bereits entwickelt für den Fall, dass die Aufnahmekapazitäten in den Kitas erschöpft sind?
  • Welche Möglichkeiten hat das Kreisjugendamt um den Kitas bei der Bewältigung von Problemen zu helfen?
  • Ist geplant den Betreuungsschlüssel in den einzelnen Einrichtungen auf Grund der noch auf uns zukommenden Flüchtlingskinder im lfd. Jahr anzupassen?
  • Stellt das Land Gelder für die Unterbringung dieser Kinder in Kitas bereit?
  • Viele Kommunen haben sich bereits an den LWL gewandt, mit der Bitte um Hilfe. Wurden von Seiten des Kreisjugendamt mit dem LWL bereits Gespräche geführt, damit Flüchtlingskindern durch Therapeuten oder Trauma-Spezialisten geholfen werden kann?

    Die SPD-Kreistagsfraktion ist gespannt wie diese Fragen in der Jugendhilfeausschusssitzung am 10.03.2015 von der Verwaltung beantwortet werden und wie den Flüchtlingskindern und den Erzieherinnen geholfen werden kann.

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