Die SPD-Kreistagsfraktion des Kreises Borken hatte in der letzten Fraktionssitzung das Thema: "Erneuerbare Energien" auf der Tagesordnung. Was lag näher, als in die NRW-Klimakommune Saerbeck im Kreis Steinfurt zu besuchen. Die ca. 7200-Einwohner-Gemeinde Saerbeck engagiert sich seit Jahren für den Klimaschutz und die Energiewende. Sie hat den Umstieg auf Erneuerbare Energie vorangetrieben, erzeugt inzwischen das Vielfache des eigenen Strombedarfs aus Wind, Sonne und Biomasse und verfolgt kontinuierlich das Ziel der CO2-Neutralität.

Während des Vortrages, der Diskussion und der anschließenden Besichtigung erfuhren die Mitglieder, dass die Gemeinde sich in den vergangenen Jahren mit gezielten Maßnahmen zum Klimaschutz und der regionalen Wertschöpfung im Bereich der Erneuerbaren Energien einen Namen gemacht hat und mittlerweile als Vorbild für andere Kommunen in NRW und darüber hinaus gilt.

Die Saerbecker Projekte des Bioenergieparks, der Gläsernen Heizzentrale und Energieerlebnispfades ziehen Besucher aus aller Welt an. Es gibt sogar Besuchergruppen auch aus Südafrika und den USA.. Die Saerbecker Bürger unterstützen den Saerbecker Weg durch finanzielles und ideelles Engagement. Bildungsprojekte wie etwa die Saerbecker Energiewelten - Lernstandort Bioenergiepark geben die Idee an die nächste Generation weiter. Die Gemeinde wurde für ihr Engagement vielfach ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Die Auszeichnung mit dem Titel NRW-Klimakommune der Zukunft im Jahr 2009 hat der Entwicklung einen wichtigen Schub gegeben. Eine ähnliche Wirkung verspricht man sich vom Titel KWK-Modellkommune, der 2014 verliehen wurde.

Schwerpunkte der Umsetzung bilden drei Leitprojekte.

Leitprojekt 1 -"Saerbecker Sonnenseite": Umrüstung im Bestand

Energie sparen, vorhandene Ressourcen effizient nutzen und auf regenerative Energieträger setzen - das ist Inhalt des Leitprojektes "Saerbecker Sonnenseite". In Zusammenarbeit mit der örtlichen Gesamtschule wurden´für die privaten Gebäude des Dorfes die Solarpotenziale ermittelt, um geeignete Dachflächen für das Einfangen von Sonnenenergie zu beschreiben. Die Gebäudedämmung sowie die Umstellung der Primärenergieversorgung auf nachwachsende Rohstoffe waren weitere Themen´der "Saerbecker Sonnenseite". Eine gezielte Förder- und Energieberatung begleitete das Projekt. Zahlreiche Bürger sanierten ihre Gebäude unter energetischen Aspekten und errichteten Solaranlagen.

Leitprojekt 2 - "Saerbecker Einsichten": Zukunftsenergien transparent gemacht

Die "Gläserne Heizzentrale" ist das Herzstück des Leitprojektes 2 der NRW-Klimakommune. Unter dem Titel: "Saerbecker Einsichten - Zukunftsenergien transparent gemacht" werden die Themen Energiegewinnung, Energieeinsparung und Klimaschutz für jedermann sichtbar und begreifbar gemacht. Hinter der Glasfassade der Heizzentrale arbeiten zwei große Holzpellet-Heizkessel, die alle gemeindlichen Gebäude im Schul- und Sportzentrum mit Wärme versorgen. Die Gläserne Heizzentrale aber ist noch mehr: Sie ist zur Informationsplattform und zur Kommunikationsdrehscheibe geworden für alle Fragen rund um Klimaschutz, Klimaanpassung und die Nutzung erneuerbarer Energien. An der Gläsernen Heizzentrale beginnt der "Energieerlebnispfad". Er führt am Nahwärmenetz entlang und steht für das Saerbecker Klima- Bildungskonzept, das die Aktivitäten der Klimakommune begleitet und auf die Beteiligung der Bürger setzt.

Leitprojekt 3 - "Steinfurter Stoffströme": Der Bioenergiepark

Zentrales Element des dritten Leitprojektes der Klimakommune ist das Mobilisieren maximaler Synergieeffekte im Bereich der regionalen Stoffströme und Wertschöpfungsketten. Hierfür steht der Bioenergiepark Saerbeck, den die Kommune auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr entwickelt (90 ha). Es entstandt ein Nutzungsmix regenerativer Energien mit sieben Windenergieanlagen der 3-Megawatt-Klasse, zwei Biogasanlagen, einer Bioabfallbehandlungsanlage mit Vergärungsstufe sowie einem 6,0 Megawattpeak großen Photovoltaikpark auf den ehemaligen Bunkerwällen. Das Depot wurde von der Gemeinde erworben und verbleibt im kommunalen Besitz. Die Gemeinde betreibt auch eine eigene Windenergieanlage.

Die Bürger mitnehmen - vor Ort Wert schöpfen als zentraler Bestandteil des Projektes

Hinter dem Klimakommuneprojekt steht das ganze Dorf: die Vereine und Verbände, die beiden Kirchengemeinden, die Schulen und öffentlichen Bildungsträger sowie die Bürgerinnen und Bürger selbst. Durch zahlreiche Vortragsveranstaltungen, Informationsfahrten und Workshops sowie durch die rege Teilnahme an sog. Energiestammtischen haben sich die Saerbecker Bürger und Bürgerinnen stets informiert und sich aktiv an der Entwicklung der Gemeinde zur Klimakommune beteiligt.

Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist ein zentraler Bestandteil der Umsetzung des Projektes, denn sie sollen von der regenerativen Energieproduktion vor Ort doppelt profitieren: sowohl durch Versorgungssicherheit als auch durch finanzielle Teilhabe. Alle Anlagen entstehen durch Investitionen örtlicher und lokaler Projektpartner. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Bürgergenossenschaft "Energie für Saerbeck". Eine begleitende und nachhaltige Kommunikationsstrategie macht den Weg zur klimaneutralen Kommune transparent, erreicht eine hohe Identifikation im Ort und zeigt kontinuierlich und konkret Handlungsmöglichkeiten zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung auf (Energiestammtisch, Saerbecker Klimagespräche, Kooperationsprojekte mit Schulen, Ausstellungen, Fachexkursionen u.a.m.).

Nahwärmenetz für Wohnhäuser in Saerbeck

Inzwischen arbeitet die Gemeinde daran, ein Nahwärmenetz für Saerbecker Wohnhäuser es erarbeiten. In dem vom Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen ausgelobten Wettbewerb "KWK Modellkommune" hat sich Saerbeck neben einigen weiteren Kommunen mit einem Grobkonzept für die zweite Wettbewerbsphase qualifiziert. Die Aufgabe ist es jetzt, ein Feinkonzept zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und damit verbunden den Aufbau von Nahwärmenetzen auf dem Gemeindegebiet zu erarbeiten und zu planen. Ziel ist der Ausbau des bereits heute hohen KWK- gestützten Stromanteils von rund 27 Prozent auf über 55 Prozent. Eine schwierige Aufgabe, denn Wohnhäuser brauchen nur während der kalten Tage Wärme. Überlegungen sind zur Zeit, dass die im Sommer produzierte Wärme gespeichert wird und dann im Winter verbraucht werden kann.

Es haben sich bereits viele Saerbecker Bürgerinnen und Bürger gemeldet, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. Zur Zeit gibt es 3 Modellgebiete. Finanziell reizvoll soll es auch sein, da der Preis der Nahwärme unter dem für Erdgaswärme liegt.

Wir sind beeindruckt von dem Erreichten und den weiteren Konzepten sagt Elisabeth Lindenhahn Vorsitzende der SPD Kreistagsfraktion Borken. Insbesondere angetan ist die Fraktion davon, dass die Bürgerinnen und Bürger bei allen Überlegungen mit einbezogen werden. Dass ist offensichtlich ein wichtiger Baustein der Projekte. Wir wünschen den Saerbeckern weiterhin viel Erfolg bei ihren weiteren Schritten in Richtung CO2-Neutralität.

Vielleicht kann das eine oder andere auch von Kommunen des Kreises Borken übernommen werden.

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Vorbereitung Kreistagssitzung am 12.12.2019

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