Christian van der Linde (auf dem Fotos links) und Norbert WiemerDass im Grunde einfache Fragen sehr komplizierte Sachverhalte hinter sich verbergen können, zeigte am vergangenen Dienstagnachmittag die erste Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion nach der Sommerpause im kleinen Sitzungssaal des Kreishauses. Die Fraktionsvorsitzende Elisabeth Lindenhahn hatte auf die Tagesordnung der Sitzung den Punkt "Tagespflege - was zahlt der Kreis den Pflegepersonen?" gesetzt. Hintergrund war, dass sich vor einiger Zeit der Arbeitskreis Gleichstellung des Kreistages in seiner Sitzung mit dem Thema Tagespflege befasst und Informationsbedarf festgestellt hatte.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende hatte daher zu dem Thema ausgewiesene Experten eingeladen: Christian van der Linde (auf den Fotos links), den Leiter des Kreisjugendamtes, und Norbert Wiemer vom Familienbüro, seinen Stellvertreter.

Beide machte gleich zu Beginn der Inforunde klar, dass es auch in diesem Bereich der Jugendhilfe keinen einfachen Antworten gibt - und dass man bei der Tagespflege auch nicht von einer "Vergütung" für die pflegenden Personen sprechen könne: "Wir reden hier nicht von einer Entlohnung, sondern über eine Entschädigung der Betreuungsleistung."
So stammt die Finanzierung in der Kindertagespflege im Kreis Borken aus mehreren Quellen: Bis Ende Juli dieses Jahres gab es noch die private Bezahlung der Förderungsleistungen, Betriebskosten und Verpflegung. Das ist nun nicht mehr zulässig, wie Wiemer erläuterte. Allenfalls eine zusätzliche private Vergütung und/oder Essensgeld ist noch gestattet.
Die öffentliche Förderung - Pflege- und Erziehungs-/Betreuungsgeld besteht nach wie vor, auch die Erstattungen (Unfall-, Kranken- und Rentenversicherung) werden vom Jugendamt gezahlt. Dazu kommen die Zuschüsse bei Investitionskosten und Qualifizierungen.

Die "Vergütung" der Kinderpflegepersonen stellte Wiemer als gestaffelte Geldbeträge dar. Sie reicht von 5 Euro pro Stunde bis 2,80 Euro - je nach Qualifizierung, Kindesalter und Pflegeort.
Der Jugendamtsleiter machte den SPD-Fraktionsmitgliedern klar: "Die Finanzierung der Tagespflege ist kompliziert, das gebe ich zu. Und die Konkurrenzsituation zu den freien Trägern in der Jugendhilfe macht auch die Planungssicherheit für die Betreuungsplätze auch nicht einfacher."

Etwa eine Stunde standen van der Linde und Wiemer den Fraktionsmitgliedern Rede und Antwort. Und denen war spätestens am Ende der Diskussionsrunde bewusst, dass die Jugendhilfe im Kreis Borken eine sehr komplexe und verantwortungsvolle Aufgabe darstellt.

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