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Fluechtlinge ohne BegleitungIm November des vergangenen Jahres sind die ersten unbegleiteten jungen Flüchtlinge im Kreis Borken angekommen. In der Regel waren es männliche Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Einige wenige waren auch jünger. Viele hatten eine strapaziöse Flucht hinter sich. Die Strapazen und das Erlebte haben ihre Gesichter gezeichnet. Die zuständigen Jugendämter im Kreis Borken nahmen die Jugendlichen in Obhut und organisierten mit den freien Trägern ihre Unterbringung.

Ursula Schulte, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages, besuchte zusammen mit der Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion Elisabeth Lindenhahn die vom DRK betreute Wohngruppe ‚Am Piepershagen'. Dort wurden sie von der DRK-Geschäftsbereichsleiterin Marlis Spieker-Kuhrmann und dem Leiter des Borkener Jugendamtes Wolfgang Schlagheck begrüßt. Diese zeigten den SPD-Politikerinnen die Unterbringung und stellten die konzeptionelle Betreuung der jungen Flüchtlinge vor.

Die minderjährigen Flüchtlinge werden 24 Stunden rund um die Uhr betreut. Dabei haben die Jugendlichen auch Pflichten. Sie helfen unter anderem bei der Essenzubereitung, wobei ihnen eine Haushaltshilfe zur Seite steht. Die Sozialpädagogen des DRK haben mit den Jugendlichen eine Hausordnung erstellt, in der zum Beispiel die Schlafenszeiten geregelt werden.

Hilfreich ist vor allem, dass die DRK-Mitarbeiter über arabische, französische und Farsi-Sprachkenntnisse verfügen. Traumatisierte Jugendliche können so über ihre eigene Sprache schneller Vertrauen aufbauen und ihre Erlebnisse verarbeiten. Gerade hier ist ärztliche Hilfe zwingend erforderlich. Die Jugendämter und die freien Träger arbeiten deshalb mit den Kliniken und Ärzten im Kreis zusammen. Die Wartezeiten für eine Psychologische Betreuung sind allerdings sehr lang.

Am Vormittag besuchen die Jugendlichen die örtlichen Schulen oder einen Sprachkurs. So erhält der Tag die notwendige Struktur. Abends gibt es die Möglichkeit in den verschiedenen Vereinen Sport zu treiben, wie zum Beispiel Fußball zu spielen oder sich beim Boxen auszupowern. Auch an Tanz- oder Schwimmkursen können die Minderjährigen teilnehmen. Dafür müssen sie dann von ihrem Taschengeld etwas hergeben. "Ich finde es wichtig, dass die Jugendlichen sehr schnell eine Tagesstruktur bekommen. Denn nichts ist schlimmer als permanente Langeweile. Über die Schule und den Fußball kommen die Jugendlichen sehr schnell in Kontakt mit anderen Jugendlichen. Da gelingt die Integration häufig von ganz allein. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der freien Träger und der Jugendämter. Sie mussten in den letzten Monaten häufig sehr schnell Hilfe auch für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge leisten, die andere Probleme mitbringen, als die Jugendlichen, die sonst betreut werden. Jetzt ist es wichtig, dass die Hilfe der Kommunen auch verlässlich refinanziert wird", fasste die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte ihren Besuch zusammen

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