Dass die Kreise Borken und Coesfeld, was die Arbeitslosenzahlen angeht, in der Republik und vor allem im Land NRW zu den "Inseln der Seligen" gehören, berichten die Medien schon seit Jahren. Wieviel harte Arbeit, Strategie und Voraussicht dazu gehört, dass dies so bleibt, davon hat sich nun wieder einmal die SPD-Kreistagsfraktion ein Bild machen können. Deren Besuche bei der Arbeitsagentur in Coesfeld gehören schon zur guten Tradition. Man sei ständig in Kontakt, betont auch Johann Meiners, der Chef der Agentur-Geschäftsführung. Er und sein Vize, Karl-Josef Verbeet, hatten die SPD-Fraktion mit ihrer Vorsitzenden Elisabeth Lindenhahn am Dienstnachmittag in die Räume der Arbeitsagentur nach Coesfeld eingeladen, um gemeinsam die aktuellen Zahlen zu besprechen und die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den Kreisen Coesfeld und Borken zu beobachten, für die die Agentur zuständig ist.
Weiteres Thema des Nachmittags war die Frage: Wie gelingt die Integration geflüchteter Menschen in den heimischen Arbeitsmarkt?

Nach wie vor gäben die Zahlen immer noch Anlass zum Optimismus, so der Agenturleiter: Die Arbeitslosenquote im Kreis Borken liegt derzeit immer noch bei guten 4,4 Prozent, damit weit unter dem Bundes-Durchschnitt. Innerhalb der letzten fünf Jahre - von September 2010 bis September 2015, habe es hier eine Steigerung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 14,8 Prozent gegeben.

Zahlen, die Mut machten, so Meiners - und die auch die Fraktionsmitglieder beeindruckten. Die aber bedroht seien: Es gibt eine alarmierende Bevölkerungsprognose für die Zeit bis etwa 2040: In den Jahren bis dahin wird es im Münsterland, vor allem im Kreis Borken voraussichtlich eine Landflucht geben. Rund 24 500 Menschen werden dann den Kreis verlassen haben und in die städtischen Zentren gezogen sein. Das würde einen empfindlichen Aderlass an Arbeitskräften bedeuten.

Die Frage, ob dieser mit dem Zuzug von Flüchtlingen kompensiert werden könnte, ließe sich derzeit noch gar nicht beantworten, erläuterte Meiners weiter. Es gehe zunächst um die Aufgabe, die geflüchteten Menschen und die Arbeit zusammen zu bringen. Eine ganze Reihe Maßnahmen sind inzwischen angestoßen - auf der Basis der Kooperation zwischen den Kreisen, den insgesamt 28 Städten und Kommunen und deren Sozialämtern.

"Wir versuchen viel, und wir sind ständig dabei, neue Konzepte und Wege zu entwickeln", betonte Meiners, weiß aber auch: "Es gibt keinen Königsweg in der Frage, wie die geflüchteten Menschen in Arbeit gebracht werden können." Immerhin ist es bereits gelungen, 16 Flüchtlinge im Kreis Borken seit Beginn des Jahres in Beschäftigung zu bringen.

"Es war ein sehr interessanter und informativer Besuch", fasst Elisabeth Lindenhahn am Ende der zweistündigen Informations- und Diskussionsrunde auch im Sinne ihrer Fraktionsmitglieder zusammen, "Und wie werden ganz sicher Ihr Angebot wahrnehmen und wiederkommen."

 

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