Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte und die Vorsitzende der SPD Kreistagsfraktion Elisabeth Lindenhahn informierten sich in dieser Woche beim Amt für Ausländerangelegenheiten im Kreishaus. Dabei wurde u.a. über die Inobhutnahme von minderjährigen Flüchtlingen, die Familienzusammenführung, die biometrische Registrierung der Flüchtlinge und die Wohnsitzauflage gesprochen. Viele dieser Themen beschäftigen derzeit auch die Ehrenamtlichen und die Kommunen im Kreis Borken.

Die beiden Politikerinnen erfuhren, dass noch 3.600 Flüchtlinge im Kreis Borken auf die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge warten. Stand hierfür sind die letzten Zahlen vom 1.10.2016 laut Flüchtlingsaufnahmegesetz. Die Menschen wissen also noch nicht, ob sie anerkannt werden oder ausreisepflichtig sind. Im letzten Jahr sind bis Oktober laut Aussage des Kreisausländeramtes 440 freiwillige Ausreisen und 115 Abschiebungen erfolgt.

Der größte Teil der Ausreisepflichtigen kam im letzten Jahr aus dem Westbalkan. Interessant war auch die Aussage, dass die minderjährigen Flüchtlingen, die oft eine mehr als strapaziöse Flucht hinter sich haben, teilwiese Druck von ihren Angehörigen bekommen. Da geht es zum einen um den Familiennachzug aber auch um finanzielle Unterstützung, die von den Familien nach einer gewissen Zeit erwartet wird.

"Die Durchführung von Abschiebungen belastet sowohl die Mitarbeiter der Ausländerbehörden als auch für die Betroffenen. Besser für alle, insbesondere für ausreisepflichtige Flüchtlinge ist die freiwillige Ausreise. Nur dann haben diese eine Chance wieder einzureisen und hier zu arbeiten. Wir sollten überlegen, ob wir nicht verstärkt Anreize für die freiwillige Ausreise schaffen. Dazu gehört auch ein Hilfesystem in den Herkunftsländern, um die erste Zeit zu überbrücken oder einen Neuanfang möglich zu machen", so die beiden SPD-Politikerinnen Ursula Schulte und Elisabeth Lindenhahn.

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