Elisabeth Lindenhahns Fazit entsprach am Ende sicherlich der einhelligen Ansicht ihrer SPD-Kreistagsfraktion: „Wir müssen uns darum kümmern. Das gehört zu unseren Aufgaben.“ Die Rede ist von den Problemen rund um die Spielsucht – um die sich speziell im Nordkreis, wie sich herausstellte, die dort angesiedelten Suchtberatungsstellen nur sehr unzureichend kümmern.

Erfahren davon hat die SPD-Kreistagsfraktion kürzlich durch Bernhard Pacho. Zu einem Informationsgespräch war der ehemalige Geschäftsführer des Sozialdienstes katholischer Männer (SKM) Bocholt und aktiver Referent für Sucht beim SKM-Bundesverband kürzlich auf Einladung der SPD-Fraktion ins Bocholter Unterbezirksbüro in der Franzstraße gekommen.

Pacho ist ausgewiesener Experte in Sachen Glücksspielsucht und Medienabhängigkeit und machte deutlich, wie schwierig Hilfe und Unterstützung für abhängige Menschen ist: „In Deutschland werden pro Jahr fast sechs Milliarden Euro verzockt. Im Durchschnitt hat ein abhängiger Spieler rund 30000 Euro Schulden, und seine sozialen Kontakte gehen gegen Null.“ Daher sei es, wie Pacho folgert, auch sehr schwer, an die Menschen mit Spielsucht heranzukommen: „Man sieht es den Leute nicht an, wenn sie spielsüchtig sind. Und man trifft sie ja auch kaum irgendwo an, außer in den Spielhallen und Wettbüros.“

70 bis 80 Spieler seien im Südkreis in der Beratung, so der Fachmann. Aber die Therapien seien schwierig: „Das geht nur mit Offenlegung der gesamten Finanzen, eventuell auch mit stationärer Unterbringung.“

All das sei nicht zum Nulltarif zu haben und ein schwieriges Unterfangen, beschrieb Pacho die Situation: „Es gibt im Kreis nur vier Beratungsstellen, in denen sich bis auf Bocholt kaum um die Spielsüchtigen gekümmert wird.“

Letztlich ist auch diese Aufgabe wieder abhängig von der Finanzierung – so die Erkenntnis der Politiker am Ende der Diskussionsrunde. Die Fraktionsvorsitzende: „Wir müssen die einzelnen Suchtberatungen aufsuchen und sehen, wie die finanziell ausgestattet sind. Es schaut so aus, als seien sie sämtlich unterfinanziert. Wir müssen uns weiter schlau machen.“

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