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Zu einer Sondersitzung traf sich die SPD-Kreistagsfraktion am Dienstagnachmittag im kleinen Sitzungssaal der Kreisverwaltung. Es ging im Bereich Jugendhilfe um die Themen Kinderbetreuung, Ausbildung bei den Erziehungsberufen und Betreuung von Flüchtlingskindern.
Wie aktuell die Fraktion mit diesen Themen ist, belegte eine Pressemeldung am Folgetag, in der das Defizit von männlichen Erziehern speziell im Kreis Borken thematisiert wurde. Elisabeth Lindenhahn, die SPD-Fraktionsvorsitzende, hatte zu diesem Themenkomplex zwei ausgewiesene Experten von der Kreisverwaltung eingeladen: Christian van der Linde, den Leiter des Fachbereiches Jugend und Familie, und seinen Mitarbeiter Michael Grotendorst. Der Leiter des Kreis-Jugendamtes beschrieb zunächst die Situation beim Ausbau der U-3-Kinder-Betreuungsplätze. Hierbei drehe sich alles um die Fragen nach den Standorten, der Terminierung, den potentiellen Trägern und der Finanzierung.

Die Nachfrage nach Kita-Plätzen, so van der Linde, sei in den letzten Jahren enorm gestiegen - auch und gerade für U-3-Kinder: "Wir stehen vor neuen Herausforderungen. Die Kinder werden immer jünger, und wir müssen die Öffnungszeiten der Kitas flexibler handhaben."
Auf die Frage aus der Fraktion, wie diese gestiegenen Anmeldezahlen zustande kämen, führte Michael Grotendorst die deutlich gestiegene Geburtenrate an. Außerdem verzeichnet der Kreis weit mehr Zuzüge junger Familien, die in der Planungsphase noch gar nicht absehbar gewesen seien. Es gäbe auch ein Mehr an Flüchtlingen, aber diese Zahl sei nicht entscheidend - viel relevanter sei, so Grotendorst, die Veränderung in der Betreuungsnachfrage: "Es werden viel mehr U-3-Plätze nachgefragt."
Und noch etwas habe sich verändert, auf das reagiert werden müsse: "Unsere Tageseinrichtungen müssen inzwischen nicht allein Kinder betreuen, sondern auch die Eltern."
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei hier das ganz zentrale Thema, so van der Linde: "Wir brauchen flexible Betreuungsmodelle, und hier müssen sich auch die Arbeitgeber öffnen." Das Jugendamt des Kreises wird mit den Unternehmen im Gespräch bleiben.
Um die Erzieher-Ausbildung praxisnäher zu gestalten, so der Jugendamtsleiter zum Folgethema, haben man sich Gedanken zu einer praxisintegrierten Ausbildung gemacht, die auf Dauer die dreijährige Schul- und Praktikantenlaufbahn ersetzen könnte. Die vergleichsweise schlechte Bezahlung von Erziehern habe, so die Fachleute, historische Gründe: "Kinderbetreuung war stets Frauensache. Und so sieht das die Gesellschaft heute noch." Daher sei dieser Beruf auch für Männer kaum attraktiv.
Es kommen weniger Flüchtlinge in den Kreis Borken, so die Bestandsaufnahme des Jugendamtsleiters zum dritten Thema - aber: "Das Massenphänomen ist zwar erstmal vorbei, doch die Einzelfälle, mit denen wir zu tun haben, sind inzwischen äußerst anspruchsvoll geworden." Das gelte besonders für den Bereich der unbegleiteten minderjährigen Ausländer. Derzeit betreut das Kreis-Jugendamt 80 von ihnen - Tendenz fallend.

 

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