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Um das Thema pathologisches Glücksspiel ging es bei einer Info-Veranstaltung für die SPD-Kreistagsfraktion am vergangenen Dienstagnachmittag im kleinen Sitzungssaal der Kreisverwaltung. Dazu hatte die Fraktionsvorsitzende Elisabeth Lindenhahn als Experten Reinhild Wantia und Werner Rasch eingeladen. Erstere ist im Kreis-Gesundheitsamt zuständig für die Gesundheits- und Psychiatriekoordination. Rasch ist Fachmann für Suchtvorbeugung und war zuvor seit 1980 in der Suchtberatung tätig.

Das pathologische, also krankhafte Glücksspiel ist (nicht nur) im Kreis Borken auf dem Vormarsch, wie die bei-den Fachleute mit Zahlen belegten, die die Fraktionsmitglieder sichtlich beeindruckten. Indiz für die Zunahme ist die steigende Zahl der Menschen, die die Suchtberatungen aufsuchen. Waren das im Jahr 2014 noch 93 - elf Frauen und 82 Männer, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 153 - 15 Frauen und 138 Männer.

Die Zahl der Geldspielgeräte im Kreis hat im Zeitraum von 1998 bis heute gleichfalls zugenommen - und zwar signifikant: Waren es damals noch 507 Geräte in den Spielhallen und etwa ebenso viele in den Gaststätten, so sind es Ende des vergangenen Jahres schon 1005 in den Spielhallen, aber nur noch 237 in den Gaststätten.

Pathologische Spielsucht hinterlässt bei den Betroffenen in aller Regel einen erheblichen Schuldenberg. Der kann, wie bekannt ist, bei manchen Spielern auf 300000 bis 500000 Euro angestiegen sein.

Der Kreis Borken bietet insgesamt vier Beratungsstellen an, die von Süden nach Norden das Kreisgebiet abdecken: Die Beratungsstelle des Sozialdienstes Katholischer Männer in Bocholt, die Suchtberatung des Kreises Borken, die Beratung des Caritasverbandes für das Dekanat Ahaus-Vreden in Ahaus und schließlich das Diakonisch Werk für den Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken in Gronau. Nach Auskunft von Reinhild Wantia hat letztere Institution zunehmend Probleme, ihren Aufgaben und Zielen angemessen nachzukommen, und das, so die Expertin des Kreis-Gesundheitsamtes, wegen der zunehmenden Kürzung der finanziellen Mittel des Trägers der Beratungsstelle. Die Entwicklung in Gronau ist schon bedenklich.

Was die Finanzierung der vier Beratungsstellen generell angeht, so kommen für die Personalkosten in der Sucht- und Drogenberatung vom Kreis jährlich 705000 Euro, das Land NRW steuert noch einmal 154950 Euro bei. Beide Fachleute der Kreisverwaltung legen Wert auf die Feststellung, dass die Kooperation zwischen den Trägern der Sucht- und Drogenberatungsstellen im Kreis ausgesprochen gut sei.

Was die künftigen Beiträge des Kreises für die Finanzierung der Beratungsstellen angeht, sprach die SPD-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Lindenhahn durchaus im Sinne ihrer Kolleginnen und Kollegen: "Wir werden die politische Diskussion darüber im kommenden Jahr führen."

Reinhild Wantia und Werner Rasch mit der "Glücksbox".

 

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