v. L. Ruth Schmedthans, Nina Andrieshen u. Elisabeth Lindenhahnv. L. Ruth Schmedthans, Nina Andrieshen u. Elisabeth LindenhahnZu einem Gesprächs- und Informationstermin sind kürzlich Nina Andrieshen und Ruth Schmedthans in die jüngste Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion gekommen. Am Ende dieses Zusammentreffens haben die beiden Erzieherinnen von der Kindertagesstätte St. Peter und Paul in Isselburg neue Verbündete getroffen.

Hintergrund der von der Fraktionsvorsitzenden Elisabeth Lindenhahn ausgesprochenen Einladung war der Offene Brief, den die beiden Frauen Mitte April aufgesetzt und anschließend unter anderem an die SPD-Kreistagsfraktion geschickt hatten.

In diesem Brief, der auch an die Träger aller Kitas im Kreis, an alle Fraktionen auf Kreistags- und Landtagsebene und an die Mitglieder von Bundes- und Landtag aus der Region gegangen war, formulierten die beiden Erzieherinnen einen Hilferuf: Es könne aufgrund der finanziellen und personellen Situation in den Kitas künftig keine qualitativ hochwertige Bildungs- und Betreuungsarbeit mehr gewährleistet und geleistet werden. Die Erzieherinnen seien schlichtweg überfordert durch den Ausbau der Ganztagsbetreuung, mit dem die notwendige Besetzung der dadurch erforderlichen neuen Stellen in keiner Weise Schritt halten könne. "Wir stehen vor einer Arbeitsbelastung, die der unzureichende Betreuungsschlüssel bei uns in den Einrichtungen nur noch schlimmer macht", beschreibt Nina Andrieshen die prekäre Situation, "Wir haben beispielsweise Fehlzeiten durch Krankheitsausfälle von über 900 Stunden."
Problematisch sei auch, so Ruth Schmedthans, dass die Erzieherinnen zudem keinerlei Lobby hätten, die sich für sie einsetzen könnte: "Und die Kinder bei uns haben erst recht keine!"
Man erhoffe sich Hilfe von der Politik auf Kreisebene, so die beiden Erzieherinnen. Die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion, ausdrücklich die Fraktionsvorsitzende Elisabeth Lindenhahn, ließen keinen Zweifel daran, die Anliegen der Kita-Fachkräfte unterstützen zu wollen. Auf Vorschlag von Gerd Ludwig soll, um die nötige Öffentlichkeit herzustellen, nun eine Resolution auf den Weg gebracht werden, die auf die kritische Situation in den Kitas aufmerksam machen soll. Als Grundlage für dieses Dilemma haben Fachleute längst das "Kinderbildungsgesetz NRW" ("KiBiz") erkannt. KiBiz regelt die frühkindliche Bildung in NRW, stellt damit die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen der Kinderbetreuung in den Kitas - und das zunehmend unzureichend und realitätsfern. Daher soll die Resolution zum Ziel haben, die erst für etwa 2020/21 geplante KiBiz-Reform noch im laufenden Jahr anzugehen.
Nina Andrieshen und Ruth Schmedthans zeigten sich am Ende optimistisch. Nina Andrieshen: "Ich finde es klasse, was heute hier passiert ist. Es kommt etwas ins Rollen. Ihr habt als Fraktion eine starke Stimme!"
Die Resolution soll auch an die Nachbarkreise, an die Landes- und Bundesregierung und die Abgeordneten aus der Region westliches Westfalen gehen. Der nächste Jugendhilfeausschuss tagt am 29. Mai Dort soll die Resolution zunächst eingebracht und vorberaten werden.

Nachtrag:
Die Familienministerin Franziska Giffey (SPD) will ein Gesetz auf den Weg bringen, dass Anfang nächsten Jahres in Kraft treten soll: Das sogenannte "Gute-Kita-Gesetz" sieht vor, dass die Betreuungsschlüssel verbessert und Erzieher stärker qualifiziert werden. "Wir müssen vorher tätig werden", betont die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Elisabeth Lindenhahn, "Das Gesetzesvorhaben alleine genügt nicht. Das Land ist gefordert, dringend das KiBiz neu zu ordnen. Wir werden versuchen, mit unserer Resolution die anderen Fraktionen mit ins Boot zu holen, um mehr Dynamik in die Angelegenheit zu bekommen."

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