Wieder einmal im Kreis unterwegs war kürzlich die SPD-Kreistagsfraktion. Ziele waren dieses Mal zwei Höfe im Grenzgebiet zwischen Reken und Velen. Deren Besitzer hatten sich bereit erklärt, den Fraktionsmitgliedern ihre Betriebe zu zeigen und mit ihnen zu diskutieren.

Den Anfang machte der Rekener Hof von Josef Schlautmann am Papendyk. Familie Schlautmann hat sich der Schweinezucht verschrieben. Josef und Ehefrau Gerda halten gegenwärtig rund 2000 Schweine, davon etwa 160 Sauen, 1100 Mastschweine und 800 Ferkel.

Wie der Landwirt betont, werden niemals fremde Tiere in die Ställe gelassen - die Sorge vor Krankheiten, die von außen eingeschleppt werden könnten, verhindert dies. Ansonsten ist Josef Schlautmann das Beispiel eines rundum zufriedenen Landwirts. "Uns geht's doch gut, nutzen wir unsere Chancen", sagt er. Seine einzige Sorge: die Afrikanische Schweinepest. "Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die kommt", ist sich der Landwirt im Klaren. Verschiedene Stallbereiche bekommen die SPD-Politiker zu sehen: dem Abferkel-Stall, den Sauenstall und den Maststall. Alles, Futtergabe und Stallklima, ist computergesteuert, und alle Daten landen auch auf Josef Schlautmanns Handy. Er und seine Frau stemmen das alles mit ihren Eltern, einem Auszubildenden und drei Hilfskräften.

Gegenüber am Nordicker Damm auf Verlener Gemeindegebiet befindet sich der Hof und Ausbildungsbetrieb von Norbert Heinze. Er züchtet Milchvieh, hat rund 300 Tiere, davon etwa 150 Milchkühe und 110 Stück Jungvieh - alle in Offenställen. Heinze teilt den Optimismus seines Rekener Kollegen nicht: "Wenn der Trend so weiter läuft, sind wir hier wohl die letzte Generation mit einem Betrieb dieser Größe." Für den derzeitigen Milchpreis von 30 Cent hat er nichts übrig: "Das funktioniert nicht."

Ebenso wenig überzeugen ihn die "Milchtankstellen", die seit einiger Zeit an manchen Höfen zu sehen sind: "Ich halte die für einen Reklame-Gag. Es gibt einfach zu viel Milch", weiß der Landwirt, "Wir sollten alle ein bisschen reduzieren." 1963 sind die Heinzes hier gestartet - damals mit fünf Kühen und zwei Sauen. Die Sorge, dass es nun irgendwann zu Ende gehen könnte, ist spürbar.

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