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Michael GrewingAm Bedarf vorbei - Die neue Pflegeberatungsstelle im Kreis ist ein Papiertiger
Auf Empfehlung des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Gesundheit hat der Kreistag in Borken heute einstimmig eine 0,5-Stelle in der Kreisverwaltung "zur Stärkung und Optimierung der vorhandenen Strukturen in der Pflegeberatung" beschlossen. Die halbe Stelle soll dabei eine weitreichende Koordinierungsfunktion für die sogenannten ‚Pflegelotsen' in den Städten und Gemeinden übernehmen. Ausgeklammert wird in den Kommunen eine pflegefachliche, medizinisch informierte Beratung. Stattdessen sind die Stellen auf die Weiterreichung von grundlegenden Informationen bzw. die "passgenaue Weiterleitung an andere einschlägige Beratungsstellen" zugeschnitten.

Die neue 0,5-Stelle im Kreis soll die Beraterinnen und Berater vor Ort schulen, Fortbildungen organisieren, über Neuerungen in der Pflege informieren, die Geschäftsführung eines Netzwerkes ‚Pflegeberatung' übernehmen, bei "schwierigen Fallkonstellationen" als Ansprechpartner fungieren sowie eine übergreifende "Vernetzung der verschiedenen Akteure in der Pflege" in Angriff nehmen.

Michael Grewing, Vorsitzender der Jusos im Kreis Borken, sieht dieses Vorhaben kritisch: "Eine halbe Stelle auf Ebene des Kreises wird die lange Liste der Aufgaben nicht adäquat wahrnehmen können. Was sich im Grunde hier ankündigt, ist eine weitere Verdrängung der Notwendigkeit, endlich eine anständig ausgestattete präventive Pflegeberatung in den Kommunen zu initiieren, die auch über ein pflegefachliches und medizinisches Know-how verfügt. Wir müssen endlich wegkommen von dieser Politik des Flyer-Verteilens in den Rathäusern und dazu übergehen, dort trägerunabhängige Pflegeberatungsstellen zu schaffen, wo sie gebraucht werden. Präventiv wären dann freiwillige regelmäßige Besuche anzubieten, damit die älteren Menschen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Im selben Schritt gilt es dann starke Netzwerke zu knüpfen zu den Ärzten, Therapeuten, Pflegediensten, Apotheken, Sanitätshäusern und Ehrenamtlichen, wie es auch in § 7a, SGB XI vorgesehen ist. Die traurige Realität aber sieht oftmals so aus, dass die Pflegelotsen gleichzeitig als Mitarbeiter des Sozialamts fungieren, obwohl sie von den Kassen mit zigtausend Euro subventioniert werden.
Für eine Pflegeberatung mit Hand und Fuß müssen wir auf unsere exzellent ausgebildeten Pflegefachkräfte auf Führungsniveau zurückgreifen. Sie allein bringen den nötigen ganzheitlichen Blick für dieses Aufgabenrepertoire mit. Es würde ja auch keiner auf die Idee kommen, sein Auto von einem Sachbearbeiter reparieren zu lassen.
In Sachen Pflege aber schickt man jetzt die Leute weiter von Pontius zu Pilatus, redet den wirklichen Bedarf klein und sitzt das Problem damit einfach aus."

Das sagt Gerhard Ludwig, Sprecher der SPD Kreistagsfraktion im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Familie dazu.

 

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